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Forschungsprojekt: Mobile Commerce

  Abschlußbericht

Mobile Banking auf dem Aufmarsch

[ Stephan Buse & Rajnish Tiwari ]

HAMBURG (Jan. 2006): Mobile Banking, die Abwicklung von Bankgeschäften und Finanz-dienstleistungen über mobile Endgeräte wie z.B. Handys, ist wieder auf dem Vormarsch. Diese Entwicklung ist aber keineswegs auf Deutschland beschränkt. International gesehen scheint Mobile Banking gar noch schneller an Bedeutung zu gewinnen, wie eine neue Studie der Universität Hamburg belegt.

Die Studie „THE MOBILE COMMERCE PROSPECTS: A STRATEGIC ANALYSIS OF OPPORTUNITIES IN THE GERMAN BANKING SECTOR“ kommt zum Ergebnis, dass Mobile Banking seit seinem ersten, mehr oder minder gescheiterten, Anlauf vor ca. 4 Jahren wieder auf verstärktes Kunden- und Bankeninteresse stößt. Die Studie, die die Chancen und Herausforderungen für Banken bei einem möglichen Einsatz von Mobile Banking untersucht, ist Teil des Forschungsprojek-tes „Perspektiven des Mobile Commerce in Deutschland“, das vom Arbeitsbereich Internati-onales Management der Universität Hamburg (UHH) durchgeführt wird.

Im Rahmen einer umfangreichen Nutzerbefragung beurteilten über 450 potenzielle Kunden den individuellen Nutzen einzelner Mobile Banking Dienste. Neben der Nutzungspräferenz wurden auch die Zahlungsbereitschaft, präferierte Technologiemedien, Kundenwünsche so-wie -bedenken erfragt. Die strategisch ausgerichtete Befragung erfasste darüber hinaus Da-ten zur Ausarbeitung von Merkmalen potenzieller Mobile Banking Kunden.
Um auch die Bankenperspektive berücksichtigen zu können, wurde neben der Nutzerbefragung auch eine Erhebung unter Kreditinstituten durchgeführt. Zusätzlich wurde ein Vergleich der Mobile Banking Angebote von 50 Banken im In- und Ausland unternommen.

Die Befragungen verdeutlichten, dass Mobile Banking seit einiger Zeit verstärkt an Akzep-tanz gewinnt. „Diese Entwicklung liegt in den technologischen sowie demographischen Ent-wicklungen vergangener Jahre begründet, die das sozio-kulturelles Verhalten einzelner Ge-sellschaftsschichten stark geprägt haben“, schildert DR. STEPHAN BUSE, der zusammen mit Herrn RAJNISH TIWARI diese Studie leitet.

Der Wunsch nach mehr Mobilität scheint die treibende Kraft des Mobile Banking zu sein. Dabei spielt die UMTS-Technologie eine Schlüsselrolle, indem sie die für solche Anwendun-gen notwendigen Übertragungsraten erst ermöglicht, so das Fazit der Studie.

Die Studie beschäftigt sich hauptsächlich mit den mobilen Bankgeschäften und Finanzdienst-leistungen (kurz: Mobile Banking). Mobile Banking, das einen zentralen Schwerpunkt des Mobile Commerce bildet, besteht aus drei Anwendungen:

i) Mobile Kontoführung
ii) Mobile Depotführung
iii) Mobile (Finanz-) Informationsdienste

Die empirische Untersuchung der Kundenakzeptanz zeigte beachtliches Kundeninteresse an der Nutzung mobiler Finanzdienste. Das Interesse und vor allem die Zahlungsbereitschaft variieren jedoch je nach Dienst und Kundensegment. So zeigten sich über 92% aller Befrag-ten offen für mobile Transaktionen („Überweisung tätigen“), und mehr als 60% waren bereit für diese Nutzung eine Gebühr zu zahlen. Dienste, die vom Kunden als kompliziert empfun-den werden, wie z.B. der Kauf von Standardversicherungen (Reiseschutzversicherung etc.) via mobile Endgeräte, stoßen aber mehrheitlich auf Ablehnung.

Die Autoren bewerten solche Reaktionsmuster als Hinweis dafür, dass sich Mobile Banking von einem rein technologiegetriebenen Produkt hin zu einer businessfokussierten, Mehrwert stiftenden Dienstleistung entwickelt. Mobile Angebote sollten daher unter stringenter Beach-tung der Bedürfnisse und Wünsche der jeweils relevanten Zielkundengruppe gestaltet wer-den.

Aufgrund des wachsenden Kundeninteresses gewinnt Mobile Banking zunehmend an strate-gischer Relevanz für Kreditinstitute und es wird schon mittelfristig zu einem Standardangebot wie z.B. Online Banking avancieren.
Kreditinstitute, die diese Entwicklungen ignorieren, setzen sich der Gefahr einer negativen Differenzierung aus, so die klare Prophezeiung der Studie.

Für weitere Informationen stehen Ihnen die Autoren gerne zur Verfügung:

Dr. Stephan Buse:     stephan.buse@tuhh.de

Rajnish Tiwari:           rajnish.tiwari@tuhh.de

[ Den Abschlußbericht als PDF downloaden ]